MyrteMyrte in der Naturheilkunde

Der Myrtenstrauch (Myrtus communis L.) gedeiht in fast allen Ländern am Mittelmeer. Er spielte schon in den religiösen Ritualen der Griechen, Römer und Ägypter eine wichtige Rolle. So wurden beispielsweise Helden und Neuvermählte mit einem Myrtenkranz geschmückt. Aus Überlieferungen wissen wir, dass dieser Hochzeitsbrauch im 16. Jahrhundert auch in Deutschland Sitte war:

Gesunde Myrte – gute Ehe

Bräutigam und die Trauzeugen erhielten Myrte-Zweige zum Anstecken und manchmal trugen auch die Brautjungfern einen Myrtenkranz. Die Braut setzte einen Zweig aus ihrem Brautkranz in die Erde. Wenn er wurzelte und grüne Triebe bekam, war das ein Zeichen für den Bestand des Eheglücks und junge Myrtenstrauch wurde gut gehegt und gepflegt.

Myrtenöl

Die glänzenden Blätter des immergrünen Strauchs sind mit zahlreichen kleinen Öldrüsen versehen und verströmen einen aromatischen Duft. Vorwiegend im Mai wird aus Zweigspitzen und den wohlriechenden weißen Blüten mittels Wasserdampfdestillation das Myrtenöl gewonnen. Für einen Liter Myrtenöl benötigt man 150 bis 200 kg Blätter und Blüten.

Myrte – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Myrte enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Harz, Zitronen- und Apfelsäure, Vitamin C. Sie wirkt adstringierend (zusammenziehend), keimtötend, stimmungsaufhellend und harmonisierend.

Myrtenöl wirkt harmonisierend und stimmungsaufhellend und ist hilfreich bei Angstzuständen. Dazu werden einige Tropfen Myrtenöl mit Wasser in der Aromalampe verdampft und die Dämpfe eingeatmet. Diese Dämpfe sind wegen der antiseptischen Wirkung des Myrtenöls auch hilfreich bei Atemwegserkrankungen (Nasenschleimhautentzündung, Stirnhöhlenentzündung, Bronchitis, Schnupfen).

Zur Behandlung von Wunden, Geschwüren und rheumatischen Schmerzen wird etwas Myrtenöl mit fettem Öl oder Alkohol als Trägersubstanz vermischt als Einreibemittel verwendet. (Ätherische Öle nicht pur auf die Haut bringen!)