Aromatherapie und Räucherwerk: Narden, Wacholder und Weihrauch

LavendelNarden

Zu den Narden zählen verschiedene wohlriechende Pflanzen:

  • gallische, kretische, arabische Narden,

  • der ostindische Narden-Baldrian,

  • Lavendel („italienische Narde“).

Aus der braun behaarten Wurzelsprossen der indischen Narde wurde das bereits im hohen Lied Salomos erwähnte Nardenöl gewonnen. Es war das Salböl der Hohenpriester und Könige und galt als heiliges Salböl. Jesus von Nazareth soll von Maria Magdalena mehrmals damit gesalbt worden sein.

Das Nardenöl wird als "Königin der Essenzen" bezeichnet, weil es die beiden gegensätzlichen Prinzipien - das männliche und weibliche - in sich vereinigt. Narden-Öl wirkt ausgleichend auf das zentrale Nervensystem. Es wird in der Naturheilkunde bei Herzrhythmusstörungen, Nervenschwäche und Schlafstörungen eingesetzt. Nardenöl fördert das Gleichgewicht im seelisch-geistigen Bereich.

Wacholder (Juniperus communis)

Der Wacholder wird auch als "Deutscher Weihrauchbaum" bezeichnet. Von allen Teilen des Strauches geht ein fein-aromatischer Duft aus. Holz und Nadeln entwickeln beim Verbrennen einen balsamischen Geruch. Nadel- und Triebspitzen, Holz und Beeren sind reich an Heil- und Wirkstoffen.

Weihrauch (Olibanum)

Das Duftharz des Weihrauchbaumes riecht nicht nur sehr angenehm, sonder hat auf Geist und Gemüt eine wohltuende und sogar erhebende Wirkung. Beheimatet ist der Weihrauch an den arabischen Südküsten, im Jemen und Oman. Weihrauch wird seit uralten Zeiten verwendet. Er spielt bis heute bei den Ritualen zahlreicher Religionen als Räuchermittel eine wichtige Rolle. Als die drei Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem zum Christkind zogen, übergaben sie Josef und Maria Gold, Weihrauch und Myrrhe als symbolische Geschenke.

Wegen seiner besonderen Wirkung auf Geist und Gemüt wird Weihrauchdampf bei der Meditation als unterstützendes Mittel geschätzt. Der handelsübliche Weihrauch ist ein Gemisch verschiedener Harze.

Aromatherapie und Räucherwerk: Aloe, Cassia und Kalmus

AloeAloe (Aloe vera)

Aloeholz kommt ursprünglich aus Hinterindien. Es wurde schon im Alten Testament als kostbares Räucherwerk gerühmt und zusammen mit anderen wohlriechenden Hölzern verbrannt.

Die Aloe vera gedeiht auch bei uns – meist als Topfpflanze. Sie stammt aus der Familie der Liliengewächse und ist vor allem in afrikanischen Trockengebieten beheimatet. Ihre Blätter sind fleischig und oft stachelig. Schneidet man sie etwa 1 cm dick auf, tritt ein dickflüssigen Saft aus, wie ein natürliches Gel. Es enthält wertvolle Inhaltsstoffen wie Harze, Polysacharide, Sterine und Enzyme und wirkt narbenbildend und heilungsfördernd. Man kann es beispielsweise bei Verbrennungen oder Sonnenbrand direkt auf die Haut auftragen. Es kühlt angenehm und spendet Feuchtigkeit.

Cassia (Angustifolia Vahl)Zimtcassia

Cassia wächst als kleiner Strauch an den Randzonen von Wüstengebieten in Ostafrika oder dem Jemen. Seine Blüten werden ihres angenehmen Duftes wegen zur Parfümherstellung verwendet. Die Zimtkassie wächst in China. Ihr Zimt schmeckt nicht ganz so fein würzig wie der Ceylon-Zimt.

KalmusKalmus (Acorus calamus L.)

Kalmus wächst an den Ufern schlammiger Teiche. Gesammelt werden die Wurzeln im März und April sowie im September und Oktober. Sie werden dann von Kraut und Wurzelfasern gereinigt, in Streifen geschnitten und zum Trocknen aufgehängt. Der Geruch der getrockneten Kalmus-Wurzel ist angenehm. Er erinnert an Mandarinen.

Die Heimat des Kalmus ist Asien. Er wurde bereits im alten China im Kräuterbuch des Kaisers Shin-nong (etwa 3700 v. Chr.) als bestes Magenmittel gepriesen. Noch heute dient er zur Behandlung von Magenkatarrh, Magenschwäche oder Blähungen. Als Badezusatz wirkt er wohltuend und beruhigend auf überreizte Nerven und bei nervöser Schlaflosigkeit. Für Bäder wird eine Abkochung verwendet (4 EL Kalmus-Wurzeln auf 1/2 Liter Wasser).

Räucherwerk China TempelopferGeschichte der Aromen und Pflanzendüfte

Der Duft der Pflanzen und die bunten Farben der Blüten erfüllen in der Natur einen einfachen Zweck: Sie locken Bienen und andere Bestäuber an und dienen so der Arterhaltung. Für uns Menschen sind Düfte und Farben dagegen eng mit dem Gefühlsleben verbunden. Aromen regen unserer Sinneswahrnehmungen an und können sogar Erinnerungen wachrufen. An warmen, sonnigen Frühlingstagen aktivieren intensive Düfte wie Flieder oder Veilchen manchmal Bilder und Geschichten aus unserer Kindheit. Ist der Duft mit einer angenehmen Erinnerung verbunden, dann stellt sich ein wohliges Gefühl ein. Diese Eigenschaft von Aromen wird beispielsweise in der Arbeit mit Demenzkranken genutzt. Diese Wirkung kann heilend sein. Das erkannten auch einige alte Kulturvölker schon, beispielsweise die Ägypter: Pharao Ramses II (1303 - 1213) soll gesagt haben:

"Ein Tag ohne Wohlgeruch ist ein verlorener Tag"

Aromen, Düfte und Räucherwerk in den alten Kulturen

König Salomo ließ schon vor ca. 3000 Jahren Räucherwerk aus ausgewählten Heilkräutern für Kult- und Heilzwecke herstellen. Sogar die Bibel weist im Hohen Lied des Salomo auf das Räucherwerk hin: Es ist die Rede von Narden und Myrrhe. Im alten Ägypten und in Indien war es üblich, Gefäße mit wohlriechenden pflanzlichen Substanzen wie Weihrauch, Aloe, Cassia, Kalmus, und Zimt aufzustellen. Das Einatmen der Düfte sollte die Gesundheit fördern, das Gefühlsleben und den Geist positiv beeinflussen. Auch im alten China war die Räucherpfanne fester Bestandteil jeden Haushalts. In Griechenland wurde um etwa 400 v. Chr. zu Ehren von Asklepios, dem Gott der Heilkunde, der berühmte Asklepios-Tempel errichtet. Man brachte die Kranken dorthin, damit sie durch das Einatmen heilender Düfte und ausreichend Schlaf Erholung für Leib und Seele fanden.

kristalline EssigsäureDesinfektion: Essig statt chemische Keule

Chemische Desinfektionsmittel sind derzeit Mangelware. Sie sind aber meistens gar nicht unbedingt notwendig. Man kann hier auch auf ein paar Tricks aus der guten alten Haushalts-Kiste zurückgreifen. Zum Beispiel auf das ganz natürliche Reinigungsmittel Essig oder besser gesagt Essig-Essenz.

Was ist der Unterschied zwischen Essig und Essigessenz?

Essigessenz enthält 25 % Essigsäure und 75 % Wasser.

Essig ist Essigsäure in verdünnter, wässriger Lösung. Er besteht aus 5 % Essigsäure und 95 % Wasser.

Die im Haushalt verwendete Essigsäure wird ausschließlich durch Essigsäuregärung von Ethanol gewonnen. Dabei bewirken Essigsäurebakterien eine Umwandlung von Zuckern oder Ethanol (Alkohol) zu Essigsäure. Essigsäure ist also ein natürliches Produkt, biologisch vollständig abbaubar und damit auch umweltschonender als viele andere Putzmittel.

Essig - antivirale Wirkung Wissenschaftlich belegt

Für die Wirkung von Essig gegen Viren und Bakterien gibt es eindeutige wissenschaftliche Belege: Essig-Essenz in 6-prozentiger Verdünnung zeigt bereits nach wenigen Minuten inaktivierende Eigenschaften gegen H1N1 Influenzaviren. Deren Infektiosität sinkt gemäß einer Studie der Philipps Universität Marburg durch die Behandlung unter die Nachweisgrenze.

Krankheitserreger verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion entweder 

  • direkt von Mensch zu Mensch und

  • indirekt über Hände, Flächen und Gegenstände.

Deswegen sollte man beispielsweise Türgriffe, Treppengeländer, Telefonhörer, Armaturen und Flächen in Bad und Küche etc. regelmäßig reinigen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Dazu stellt man ein Desinfektionsmittel auf Essig-Essenz-Basis her und wischt alle betroffenen Flächen und Gegenstände damit ab. Vor dem Trockenreiben lässt man die Lösung einige Minuten einwirken, damit der Essig seine Wirkung entfalten kann.

Rezept für Desinfektionsmittel mit Essig

50 ml Essig-Essenz

100 ml Wasser

5 Tropfen Teebaumöl

Alle Zutaten gut vermischen, in eine Sprühflasche füllen und vor dem Gebrauch schütteln.

Kräuter- und Apfelessig selber machen

AristotelesVerträgt unser Körper pflanzliche Substanzen besser? Und warum ist das so?

Bei den sekundären pflanzlichen Substanzen handelt es sich, chemisch gesehen, um eine große Vielfalt von Verbindungen mit unterschiedlichen Funktionen. Sie töten unter anderem Pilze und Bakterien ab und unterstützen äußerst wirkungsvoll das körpereigene Abwehrsystem des Menschen. Einige dieser pflanzlichen Substanzen sind auch wegen ihrer krebshemmenden Wirkung von wissenschaftlichem Interesse.

Wir wissen heute aus Erfahrung, dass der menschliche Organismus pflanzliche Substanzen meist besser verträgt als chemisch hergestellte. Viele der heilkräftigen Bestandteile, die in Blüten, Blättern, Früchten, Wurzeln, Holz und Rinden enthaltenen sind, sind mitunter wegen ihres teilweise sehr geringen Mengenanteils nur schwer nachzuweisen. Sie sind aber dennoch häufig ganz wesentlich an der Heilung einer Krankheit beteiligt. Das kann man zum Beispiel auch daran erkennen, dass ein vermeintlicher Hauptwirkstoff, wenn er isoliert angewendet wird, oft völlig anders wirkt als ein Extrakt der betreffenden Pflanze in seiner Gesamtheit. Es sind also sehr wahrscheinlich die Nebenwirkstoffe, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Heilungsprozess ausüben, auch wenn das vielfach noch nicht wissenschaftlich untersucht oder nachgewiesen wurde.

Wirkstoff oder Wirkprinzip?

Schon Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) sprach von "einem allem Lebendigen innewohnenden Prinzip, das den Heilpflanzen ihre geheimnisvolle Kraft verleiht". Wir kennen das Prinzip heute noch immer nicht. Wir müssen in Zukunft die kleinsten Einflüsse bei der Wirkung von Pflanzen viel genauer unter die Lupe nehmen und uns dabei auch die Frage stellen: Beruht die Wirkung auf einem einzelnen Stoff oder liegt das Wirkungsprinzip im Zusammenwirken verschiedener Stoffe begründet?

Auch interessant: Was sind eigentlich bioaktive Stoffe?

Hagebutte WildroseHagebutte – Gesundwunder am Wegesrand

Die Gemeine Heckenrose (Rosa canina L.) wird in manchen Regionen auch „Hundsrose“ oder „Zaunrose“ genannt und ist die bekannteste Wildrosenart. Sie wächst in Asien, in ganz Europa und auch bei uns, meist als wilde Hecke am Wegesrand. Ihre Sträucher werden meist mehrere Meter hoch, sind sehr robust, anspruchslos und äußerst pflegeleicht.

Die rote Beere der Hagebutte ist nur eine „Scheinfrucht“. Auf den ersten Blick sieht man nur die leuchtend roten Hülle, doch die eigentliche Frucht sind die Kerne (Nüsschen) im inneren der Hagebutte. In Mitteleuropa bilden sich die Früchte der Hagebutten bis zum Spätsommer aus. Gesammelt wird die ganze Frucht ab September bis in den Oktober hinein, vor allem wegen ihres enorm hohen Vitamin-C-Gehaltes. Je später man erntet, umso süßer und intensiver werden Geschmack und Aroma. Der Frost macht ihnen nichts aus, sie werden dadurch nur etwas weicher.

Hagebutten in Küche, Naturheilkunde und Hexenzauber

Man hat Spuren der Frucht bei Bauern gefunden, die vermutlich etwa 3.000 Jahre vor Chr. lebten. Das belegt, dass die Hagebutte hierzulande schon sehr lange genutzt wird. Hippokrates empfahl die Hagebutte bei Entzündungen. Der alte Volksglaube besagt, dass man die Frucht an Weihnachten und Neujahr essen soll, um Unglück und Hexenzauber abzuwenden. Außerdem ist die Hagebutte oft auf Marienbildern abgebildet, denn sie gilt den Christen als Symbol der Enthaltsamkeit und Reinheit.

Man verwendet die Hagebutte

  • als Hagebutten-Marmelade,

  • als Hagebuttentee,

  • als Hagebuttenöl (Wildrosenöl),

  • gegen Durchfallerkrankungen,

  • zur Förderung der Abwehrkräfte, bei Grippe und Erkältung,

  • als Hagebuttenpulver bei Arthrosen, rheumatischen Beschwerden und chronischen Rückenschmerzen.

Inhaltsstoffe der Hagebutte

In der Hagebutte sind enthalten:

  • Organische Säuren: Ascorbinsäure (Vitamin C), Äpfelsäure, Zitronensäure,

  • Anthocyane, Proanthocyanidine, Flavonoide (Polyphenole),

  • Carotinoide wie Lycopin,

  • Pektin,

  • Gerbstoffe,

  • Vitamine, Mineralstoffe,

  • Kohlenhydrate, Zucker,

  • Fettes Öl (in den Nüsschen).

Weitere Beiträge zum Thema:

Hagebuttentee und Hagebuttenpulver selbst herstellen
Hagebuttenmarmelade -Vitamin C im Glas

AloeVerträgt unser Körper pflanzliche Substanzen besser? Und warum ist das so?

Bei den sekundären pflanzlichen Substanzen handelt es sich, chemisch gesehen, um eine große Vielfalt von Verbindungen mit unterschiedlichen Funktionen. Sie töten unter anderem Pilze und Bakterien ab und unterstützen äußerst wirkungsvoll das körpereigene Abwehrsystem des Menschen. Einige dieser pflanzlichen Substanzen sind auch wegen ihrer krebshemmenden Wirkung von wissenschaftlichem Interesse.

 Wir wissen heute aus Erfahrung, dass der menschliche Organismus pflanzliche Substanzen meist besser verträgt als chemisch hergestellte. Viele der heilkräftigen Bestandteile, die in Blüten, Blättern, Früchten, Wurzeln, Holz und Rinden enthaltenen sind, sind mitunter wegen ihres teilweise sehr geringen Mengenanteils nur schwer nachzuweisen. Sie sind aber dennoch häufig ganz wesentlich an der Heilung einer Krankheit beteiligt. Das kann man zum Beispiel auch daran erkennen, dass ein vermeintlicher Hauptwirkstoff, wenn er isoliert angewendet wird, oft völlig anders wirkt als ein Extrakt der betreffenden Pflanze in seiner Gesamtheit. Es sind also sehr wahrscheinlich die Nebenwirkstoffe, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Heilungsprozess ausüben, auch wenn das vielfach noch nicht wissenschaftlich untersucht oder nachgewiesen wurde.

Wirkstoff oder Wirkprinzip?

Schon Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) sprach von "einem allem Lebendigen innewohnenden Prinzip, das den Heilpflanzen ihre geheimnisvolle Kraft verleiht". Wir kennen das Prinzip heute noch immer nicht. Wir müssen in Zukunft die kleinsten Einflüsse bei der Wirkung von Pflanzen viel genauer unter die Lupe nehmen und uns dabei auch die Frage stellen: Beruht die Wirkung auf einem einzelnen Stoff oder liegt das Wirkungsprinzip im Zusammenwirken verschiedener Stoffe begründet?

 

ZwiebelKnobLauch kSo wirken bioaktive pflanzliche Substanzen

Bioaktive pflanzliche Substanzen, das sind Stoffe, die von Pflanzen nur mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser hergestellt werden. Sie haben für uns Menschen als Nahrungs- und Heilmittel eine lebenswichtige Bedeutung, denn sie liefern uns die Nährstoffe, die unseren Energiebedarf decken: Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Eine vollwertige Ernährung muss all diese Bestandteile in ausreichender Menge enthalten, denn sie sind für die Gesundheit unseres Körper überlebensnotwendig.

Sekundäre pflanzliche Substanzen

Neben den oben genannten Nährsubstanzen enthalten Pflanzen auch Stoffe, die als "sekundäre pflanzliche Substanzen“ bezeichnet werden. Diese Stoffe, machen die Pflanze widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse. Sie schützen sie wirkungsvoll vor Angriffen von Schadinsekten und Mikroorganismen, regeln das Wachstum oder kommen als Farbstoffe in den Pflanzen vor. Ein Beispiel ist das Allicin. Die schwefelhaltige organische Verbindung ist ein charakteristischer Bestandteil des Knoblauchs und der Zwiebel. Beide Pflanzen haben sich seit Jahrtausenden in der Volksheilkunde bewährt.

Bei einer großen Anzahl heilkräftiger Pflanzenstoffe wie beispielsweise der Gerbstoffe (meist gelbe, rote oder blaue Blütenstoffe) handelt es sich um kompliziert aufgebaute Polyphenolverbindungen. Besonders der gelb-orange Farbstoff Carotin hat eine große Palette an Schutzwirkungen. Auch bestimmte Duft- und Aromastoffe treten als Phenolverbindungen auf. Ein ähnliches Wirkungsspektrum wie sekundäre pflanzliche Substanzen besitzen auch die organischen Säuren, z.B. Milch-, Apfel-, Zitronen- und Essigsäure.

Verträgt unser Körper pflanzliche Substanzen bes­ser und warum ist das so?

Malve
Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die wilde Malve gehört wie die blaue und die mauretanische zu den Malvengewächsen. Sie stammt vermutlich aus dem südlichen Europa und dem mittleren Asien. Heute ist sie über den ganzen Erdball verbreitet. Die wilde Malve wird bis zu einem Meter hoch und ist denkbar anspruchslos. Sie gedeiht an Wegen, auf Weiden und Schutthalden. Zur Vermehrung kann man sie im zeitigen Frühjahr geschützt in Töpfen ziehen oder ab April direkt ins Freiland säen. Man sammelt die Blüten (mit Kelch, ohne Stiel) im Juni und die Blätter von Juni bis September. Die getrockneten Blüten nehmen eine violette Farbe an und sind gut für Potpourris geeinet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Blüten der wilden Malve enthalten Schleim und Anthocyan sowie etwa 10 Prozent Gerbstoffe. Sie wirken entzündungshemmend, reizlindernd und leicht adstringierend. Der enthaltene Schleim ist ein gutes Mittel gegen Atemwegserkrankungen und Husten. Die Kombination aus Schleim- und Gerbstoffen wirkt auch gegen Entzündungen im Magen-Darmbereich.

Meistens wird die wilde Malve als Tee zubereitet und ist oft auch Bestandteil von Mischungen.

Nachtkerze
Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die aus Nordamerika stammende Nachtkerze kam im 17. Jh. nach Europa und wächst wie die anderen Nachtkerzengewächse oft auf Schutthalden und Bahndämmen. Die zweijährige Pflanze ist äußerst anspruchslos. Sie bildet im 1. Jahr Blattrosetten und erst im 2. Jahr Schaft und Blüten aus. Die Nachtkerze vermehrt sich selbst, man kann sie aber auch durch Samen kultivieren. Sammelgut sind die Samen, die zur Herstellung von Nachtkerzenöl und anderen Präparaten verwendet werden. Man sammelt sie im Oktober, wenn sie richtig ausgereift sind.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Nachtkerzenöl hilft bei trockener, rissiger und spröder Haut. Dazu werden Samenöl oder Kapseln verwendet. Das aus den Samen gewonnene Öl ist Träger der Gamma-Linolensäure, die zur Bildung des Gewebehormons Prostaglandin sehr wichtig ist. Prostaglandine erweitern die Blutgefäße und helfen so auch, Thrombosen zu verhindern. Sie hemmen Entzündungen und bremsen die Cholesterinsynthese. Eine Kur mit Nachtkerzenkapseln führt in aller Regel zum raschen Abklingen von Juckreiz und Entzündungen bei Neurodermitis.

MajoranMajoran (Origanum majorana)

Majoran ist ein kleinwüchsiger Halbstrauch. Seine Heimat liegt in den Ländern am Mittelmeer. Wie der Oregano entfaltet er seine volle Würzkraft erst nach dem Trocknen. Der Majoran gehört zu den Lippenblütlern und gedeiht am Besten auf trockenem, nährstoffreichen und lockeren Boden an einem sonnigen Platz. Die Vermehrung kann durch Setzlinge bzw Stecklinge oder durch Aussaat erfolgen. Dazu stellt man die Schalen oder Töpfe mit dem Saatgut auf die Fensterbank oder in das Treibhaus. Ins Freiland dürfen die zarten Pflanzen erst nach den Eisheiligen. Die Erde sollte immer ein wenig abtrocknen vor dem nächsten gießen.

Sammelgut und Sammelzeit: Blühendes Kraut und junge Triebe von Juni bis September.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Das Majoran-Kraut kann als Tee, zur Inhalation oder in Form von Stärkungsbädern angewndet werden. Es entfaltet seine Wirkung aufgrund der darin enthaltenen ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Majoran wirkt

  • antiseptisch,

  • krampflösend,

  • blähungsbekämpfend,

  • beruhigend,

  • appetitanregend und

  • verdauungsfördernd.

Man verwendet ihn in der klassischen Naturheilkunde bei Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfen und Durchfall. Thymian, Majoran und Oregano haben ähnliche Wirkung auf Magen und Darm. Majoran wird außerdem bei Verkrampfungen der Atemwege eingesetzt.

MelisseMelisse (Melissa officinalis)

Auch die Melisse gehört zu den Lippenblütlern und wurde schon in der Antike zu Heilzwecken verwendet. Die älteren Generationen kennen noch den gesunden „Melissengeist“. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert von den Karmelitern in Paris hergestellt. Melisse ist mehrjährig und sehr genügsam. Sie wächst an einem sonnigen Platz auf humosem, durchlässigen Boden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen, Jungpflanzen oder Wurzelausläufer.

Sammelgut und Sammelzeit: Die Blätter können von Juni bis September laufend frisch gepflückt werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Melisse enthält ein wenig ätherisches Öl (0,01 bis 0,3 Prozent), Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim. Sie wirkt

  • antiseptisch,

  • beruhigend,

  • schlaffördernd,

  • krampflösend und

  • nervenstärkend.

Sie beruhigt Herz und Kreislauf, ist bei nervös bedingten Einschlafstörungen hilfreich, wirkt gegen Erschöpfung, Überforderung und leichte Erregbarkeit des Gemüts.

Man kann Melisse als Tee mit Honig trinken. Legt man frische, zerquetschte Blätter auf die betroffene Stelle, klingen Lippenbläschen (Herpes) schneller ab.

FetthenneFette Henne - bewährtes Hausmittel für die Wundheilung

Die Fette Henne wächst in Gärten, an Felsen, Mauern, Feldrainen und sogar in Wäldern. Sie gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) und hat den Namen wohl wegen ihrer dickfleischigen Blätter erhalten. Die Pflanze kann bis zu 80 cm hoch werden und steht oft zusammen mit Lavendel und Thymian im Steingärten, wo sie mit dem intensiven Geruch ihrer Blüten die Bienen anlockt. Die bekannteste der etwa 420 Arten ist die Große Fetthenne, auch Purpur-Fetthenne oder lateinisch „Sedum telephium“ genannt. Zum Vermehren der Fetthenne verwendet man meist Stecklinge. Man kann auch ältere Pflanzen teilen oder Samen aussäen, die man im Oktober oder November aus den verblühten Blütenständen absammelt.

Je nach Landstrich heißt die Fetthenne auch Mauerpfeffer, Donnerkraut oder Wolfskraut. Die Bezeichnung Wundkraut weist auf ihre Heilwirkung hin: Als Heilpflanze soll sie alles heilen, was wund ist, äußerlich wie innerlich. Wunden zum Beispiel, aber auch Knochenbrüche, Blutungen und Magengeschwüre, Lungenkrankheiten, Leber-, Darm- und Gebärmutterleiden.

Fetthenne und Aberglaube

Die Fetthenne hatte früher einen festen Platz im Garten. So fest sogar, dass man befürchtete, es werde jemand sterben, wenn die Pflanze einging. Das passiert jedoch praktisch nie, weil sie in den dickfleischigen Blättern sehr viel Wasser speichern kann. Sie ist ohnehin extrem anpassungsfähig und kaum kaputt zu kriegen. Das trug der Fetten Henne auch den Ruf ein, dass nicht einmal der Blitz ihr etwas anhaben kann. Deswegen ließ man sie zum Schutz vor Gewittern auf den Dächern wachsen.

Fette Henne - Wirkung, Anwendung und Inhaltsstoffe

Die Wirkung beruht vor allem auf folgenden Inhaltsstoffen

  • Glykosiden,
  • Gerbstoffen,
  • Schleimstoffen,
  • Flavonoiden,
  • Mineralsalzen,
  • Alkaloiden,
  • Tanninen.

Die Heilwirkung der Fetthenne – Tradition und Wissenschaft

Die Fetthenne wurde traditionell zur Wundheilung bei

  • Hämorrhoiden, Hautflechten oder Verbrennungen,
  • zur Blutstillung,
  • bei Hühneraugen,
  • Quetschungen, Schwellungen,
  • Schwielen und Warzen sowie
  • Erkrankungen der Atemwege verwendet.

In der Pflanzenheilkunde gilt sie auch als Heilmittel gegen die Leiden der

  • inneren Organe,
  • Rheuma, Gicht und sogar
  • Leiden wie den grünen und schwarzen Star,
  • Krebswunden oder Geschwüre.

Sie soll außerdem blutreinigend wirken. Verschiedene Studien belegen die Wirkung der Fetthenne bei der Wundheilung, u. a. eine äthiopische Studie aus dem Jahr 2013. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen auch, dass Pflanzen aus der großen Familie der Crassulaceae bei der Wundheilung helfen, Leber und Niere schützen, Schmerzen und Krämpfe lindern, entzündungshemmend, antidiabetisch, antioxidativ, antimikrobiell und fiebersenkend sowie gegen Wurminfektionen und unerwünschte Reaktionen des Immunsystems wirken.

Johanniskraut (Hypericum perforatum, Tüpfelhartheu)Johanniskraut

Johanniskraut galt schon im Altertum als wertvolle Heilpflanze. Es spielte einst im Volksglauben und im Brauchtum eine wichtige Rolle. Es gehört wohl zu den wertvollsten Kräutern mit stimmungsaufhellender und wundheilender Kraft. Johanniskraut ist mehrjährig und bevorzugt trockene Böden. Die Vermehrung erfolgt durch Pflanzen aus der Natur oder Samen. Gesammelt werden die blühenden Sprossspitzen und die Blüten für Johanniskrautöl im Juli bis August. Man sollte sie mittags pflücken, da am Nachmittag der Gehalt an ätherischen Ölen abnimmt.

Johanniskraut: Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Als Hauptwirkstoffe gelten Hypericin und Hyperforin, enthalten sind ätherische Öle, Flavonglykosid, Gerbstoffe und Harze. Johanniskraut gilt als pflanzliches Antidepressivum und wirkt stimmungsaufhellend. Es hilft gegen Angst, nervöse Unruhe und Schlafstörungen. Äußerlich angewendet wirkt Johanniskrautöl und –tinktur entzündungswidrig, wundheilend und schmerzlindernd.

Üblich sind als Anwendungsformen Tee, Johanniskrautöl, Johanniskraut-Tinktur und Pillen.

Warnhinweis: Nach der Anwendung Sonne meiden, da die Haut lichtempfindlicher wird.

LavendelEchter Lavendel (Lavendula angustifolia)

Die Heimat des Lavendel ist das Mittelmeergebiet. Der Lavendel ist ein Lippenblütler und wurde von den Benediktinern „importiert“. Er wird im 12. Jh. von Hildegard von Bingen als Heilpflanze erwähnt. Lavendel ist mehrjährig und liebt einen trockenen, sonnigen Platz. Staunässe sollte man meiden und den Boden locker halten. Die Vermehrung erfolgt durch Jungpflanzen oder Anzucht mit Samen. Gesammelt werden die Blüten kurz vor dem Aufblühen von Juli bis August.

Getrocknete Blüten enthalten bis zu 3 % ätherische Öle und etwa 12 % Gerbstoff. Lavendel wirkt Nervenberuhigend, leicht hemmend auf das Zentralnervensystem, entspannend, antiseptisch, krampflösend und insektenabweisend. Er gilt als klassisches Beruhigungsmittel für Herz und Nerven, wird bei nervösen Störungen, Erregungszuständen, Schlafstörungen oder Herzklopfen empfohlen.

Einreibungen  mit Lavendelöl helfen gegen Kopfschmerz und Migräne.

Lavendelöl vertreibt Mücken und Motten und neutralisiert Insektengifte bei Stichen; dazu muss es aber sehr kurzfristig auf die betroffenen Stellen aufgebracht werden.

Lavendel - Anwendungsformen

  • Tee: 1 TL getrocknete Blüten auf 1 Tasse Wasser.
  • Bäder: 3 - 4 EL Blüten oder 8 EL Kraut oder 10 Tropfen Lavendelöl.
  • Lavendel als Strauss oder in Kräuterschalen ans Bett stellen,
  • getrocknete Blüten in kleine Stoff-Kissen einnähen und unter das Kopfkissen legen.

ZwiebelKnobLauch kKnoblauch (Allium sativum)

Der Knoblauch gehört zu den Liliengewächsen und seit der frühesten Antike als Würzpflanze bekannt. Die Ägypter verwendeten ihn schon vor 7000 Jahren als Zutat für die meisten ihrer Speisen. Seine Anwendungsmöglichkeiten als Nahrungs- und Heilmittel sind enorm vielseitig. Er gedeiht am besten in sandigem Lehm und freut sich über einen warmen Standort und eine Schicht Kompost, die ihm zusätzliche Nährstoffe liefert. Zur Vermehrung werden Ende März bis Anfang April Zehen im Abstand von ca. 20cm in den Boden gesteckt. Gesammelt werden die Knoblauchzwiebeln im September und Oktober, gelegentlich auch das grüne Kraut, das schon etwas früher geerntet werden kann.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Der Hauptwirkstoff des Knoblauchs ist Allicin. Er wird aus der Ausgangssubstanz Alliin hergestellt: Werden die Zellen zerstört, kommt das Alliin mit dem Enzym Alliinase in Kontakt, das die Umwandlung von Alliin in Allicin bewirkt. Dabei entsteht auch Ajoen, das ein Zusammenkleben der Blutplättchen hemmt und so die Entstehung von Blutgerinnseln erschwert.

Knoblauch wirkt blutdrucksenkend, stark antibakteriell und entzündungshemmend. Er steigert die Aktivität der Fresszellen, weshalb ihm auch eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird.

In der Küche kann man ihn sehr vielseitig verwenden, zum Beispiel für Fleischgerichte, Gemüse, Suppen, Salate, Quark oder Brotaufstriche.

MeerrettichMeerrettich (Armoracia rusticana)

Der Meerrettich ist ein Kreuzblütler und stammt ursprünglich aus Südrussland. Er kam im 12. Jh. zu uns und ist auch unter dem Namen „Kren“ bekannt. Meerrettich bevorzugt nährstoffreiche Böden, wächst aber auch in Gräben und auf Schutthalden. Die Vermehrung erfolgt durch kurze Wurzelstücke, die man in den Boden steckt. Sammelgut sind die Wurzeln, die von Juli bis Oktober geerntet werden können.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Hauptwirkstoffe des Meerrettichs sind Senföle mit antimikrobieller Wirkung, Mineralstoffe und reichlich Vitamin C. Kren wirkt
verdauungsfördernd, stark keimtötend, kreislaufanregend, blutdrucksenkend und harntreibend. Er regt die Tätigkeit der Leber an und verstärkt ihre entgiftende Funktion. Meerrettich wirkt zudem genau wie der schwarze Rettich blutreinigend.

Man kann ihn Innerlich mit der Nahrung oder äußerlich für Breiumschläge anwenden:

  • Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Meerettichauflage zur Förderung von Durchblutung und Entgiftung.

Warnhinweis: Chronisch Nierenkranke sollten Kren meiden!