AnisAnis, Fenchel, Kümmel, Koriander in Küche und Naturheilkunde

Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander gehören zur gleichen Pflanzenfamilie, den Doldengewächsen. Sie besitzen daher auch ähnliche medizinische Eigenschaften:

Die ätherischen Öle von Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander wirken beruhigend und krampfstillend. Sie machen blähende Speisen wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Kohl bekömmlicher und vertreiben Winde.

Tee aus Fenchel ist wegen seiner beruhigenden Wirkung auch für Säuglinge geeignet. Fenchelhonig und Fenchelbonbons lindern Erkältungsbeschwerden.

Koriander regt den Appetit an, fördert die Verdauung und wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus.

Tee aus Kümmel lindert krampfartige Magen- und Darmbeschwerden und ist hochwirksam bei Periodenschmerzen.

Rezept für Kümmeltee

  • 1 gehäuften TL Kümmel in einer große Tasse mit heißem Wasser übergießen,
  • den Sud 10 Minuten ziehen lassen,
  • durch ein Sieb gießen.

Aroma-Therapie mit Anis-Duft lindert Kopfschmerzen: Zerstoßene Anis-Samen in der Aroma-Lampe mit Wasser verdampfen.

Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander in der Kräuter-Küche

Brot mit Fenchel, Koriander, und Kümmel ist nicht nur schmackhafter, sondern auch besser verträglich, besonders wenn es sehr frisch gegessen wird.

Anis verleiht Kuchen, Lebkuchen und den zu Weihnachten so beliebten Anisplätzchen einen feinwürzigen Geschmack. Auch Obstsalat, Süßspeisen und sogar einigen Gemüsegerichten verleiht Anis einen aromatischen Geruch.

Fenchel-Samen machen Backwaren, Süßspeisen, Eintöpfe und Kohl-Gerichte schmackhaft. Besonders köstlich ist auch der Gemüsefenchel, den sogar die meisten Kinder lieben.

Koriander verbesser in Verbindung mit Anis den Geschmack von Pflaumenmus, würzt Gulasch und Wildbret und verleiht Spekulatius-Gebäck den typischen Geschmack.

Kümmel wird gern für in „Kümmelkipferln“ und andere regionale Brot-Spezialitätn, einige beliebte Käsesorten sowie verschiedene Wurstsorten verwendet. Auch Braten, Soßen und Bratkartoffeln werden mit Kümmel zubereitet. Fein vermahlen setzt Kümmel sein Aroma noch intensiver frei und erhöht die Würzkraft.

WeißdornWeißdorn in der Naturheilkunde

Der Weißdorn (Crataegus laevigata) wurde im Gegensatz zu vielen anderen Heilpflanzen erst relativ spät, nämlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts, von der Naturheilkunde entdeckt. Der Name „Weißdorn“ ist auf die weiße Farbe der Blüten zurückzuführen. Man erkennt den Weißdorn an seinem etwas aufdringlichen Geruch während der Blütezeit. Der intensive Duft soll Käfer und Fliegen zur Bestäubung anlocken. Die Früchte des Weißdorns wurden früher an die Schweine verfüttert. In Notzeiten dienten sie auch den Menschen als Nahrungsquelle. Sammelgut für Heilmittel-Anwendungen sind die Blüten von Mai bis Juni und die Früchte von August bis Oktober. Die Blüten werden während des Aufblühens mit den oberen Blättern von den Zweigen abgestreift.

Weißdorn - Inhaltsstoffe und Wirkung

Weißdorn enthält

  • Flavonoide,
  • Gerbstoff,
  • Histamin,
  • Hyperosid,
  • ätherisches Öl,
  • Vitamin C.

Der Weißdorn bewirkt eine Verbesserung der Herztätigkeit, erweitert die Herzkranzgefäße und stärkt den Herzmuskel. Er gilt daher als natürliches Kreislaufmittel und ist besonders geeignet zur Behandlung von Altersherz, Herzmuskelentzündung und Arterienverkalkung. Er hat sedative (beruhigende) Wirkung und lindert Beklemmungsgefühle im Brustkorb, nervöse Herzstörungen (Angina pectoris), Aufregung, Gereiztheit, Depressionen und Schlafstörungen.

Weißdorn – Rezepte

Weißdorn-Tee

  • 1 EL Blüten mit heißem Wasser aufgießen,
  • täglich 3 Tassen, gegebenenfalls mit Honig gesüßt, trinken.

Weißdorn-Inhalation

Eine Inhalation ist besonders bei Angst, innerer Unruhe, Schlaflosigkeit und Depressionen zu empfehlen, schon weil die bewusste und tiefe Ein- und Ausatmung bei der Inhalation beruhigende Wirkung auf den Organismus hat:

  • 1 TL Weißdornblüten mit 2 TL Johanniskraut mischen,
  • die Kräuter im Inhalator oder einer Schüssel mit siedendem Wasser aufgießen,
  • 3-4 Min. ziehen lassen und die Dämpfe einatmen.

ThymianEchter Thymian

Der Echte Thymian (Thymus Vulgaris) ist vor allem in den Mittelmeerländern beheimatet. Die trockenen, sonnigen Lagen und das mediterrane Klima schaffen optimale Voraussetzungen für beste Qualität und eine hohe Ausbeute an ätherischem Öl. Sammelgut ist das blühende Kraut des Thymian von Mai bis Oktober.

Thymian – Inhaltsstoffe und Wirkung

Hauptwirkstoffe des Thymians sind die ätherischen Öle, insbesondere Thymol und Carvacrol, aber auch Borneol, Cineol, Linalool und Pinen. Neben Bitterstoffen, Saponinen und Flavonoiden sind außerdem etwa 10% Gerbstoffe enthalten. Thymian hat eine stark keimtötende Wirkung, wirkt zudem

  • krampflösend,
  • Auswurf fördernd,
  • desinfizierend,
  • zusammenziehend,
  • beruhigend,
  • nervenstärkend und ist
  • magenwirksam.

Anwendungsgebiete und Rezepturen

Thymian – innerliche Anwendung

Bei Erkrankungen der oberen Atemwege wie Husten, Bronchitis, Keuchhusten, generell bei infektiösen Erkrankungen, Grippe, Stirnhöhlenkatarrh, Verdauungsstörungen und Magenschleimhautentzündungen. Die krampflösenden Eigenschaften kommen bei Asthma besonders zur Geltung, ebenso bei Blähungen. Bei Durchfällen ist die zusammenziehende Wirkung des Gerbstoffs hilfreich.

Thymian – äußerliche Anwendung

Als Mittel gegen hartnäckige Ausschläge und Pilzerkrankungen (Mykosen) zwischen den Zehen. Für durchblutungsfördernde und anregende Bäder bei Erschöpfungszuständen.

Bei der Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum sind die desinfizierenden und zusammenziehenden Eigenschaften hilfreich.

Thymian – Heilmittel selbst herstellen

Thymian-Tee

  • 2 TL getrocknetes Kraut in großer Tasse mit heißem Wasser aufgießen,
  • 10 Min. ziehen lassen,
  • dreimal täglich 1 Tasse trinken.

Thymian-Bad

Kräuteraufguss mit 100 Gramm Droge oder 10 Tropfen ätherischem Öl. Wer den Geruch des Thymianöls als zu herb empfindet, kann ihn durch Zugabe einiger Tropfen Zitronenöl mildern.

Thymian-Inhalation

Wegen der bakterienbekämpfenden und krampflösenden Eigenschaften ist Thymian sehr gut für Inhalationen geeignet.

Thymian-Tinktur

Thymian-Tinktur ist hilfreich bei Migräne, Kopfschmerzen und Erschöpfung (Einreibungen):

  • Einige Zweige des Thymian-Krautes in klarem Alkohol ansetzen,
  • nach 10 bis 14 Tagen abseihen und umfüllen, dunkel aufbewahren.
  • Die Tinktur ist gebrauchsfertig.

SpitzwegerichSpitzwegerich in der Heilkunde

Der Spitzwegerich wächst auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern und auf Äckern. An trockenen Standorten fühlt er sich am wohlsten. Seinen lateinischen Namen „Plantago lanceolata L.“ trägt er wegen der lanzettenartigen Blätter, die bis zu 30 cm lang werden können und in einer grundständigen Rosette stehen. Im Mittelalter zählte der Spitzwegerich zu den am häufigsten verwendeten Heilpflanzen. In den letzten Jahren hat er wegen seiner vielseitigen Heilwirkung eine Art Wiedergeburt erlebt. Sammelgut ist das Kraut von Mai bis Juni.

Spitzwegerich – Inhaltsstoffe und Wirkung

Spitzwegerich enthält

  • das Glykosid Aucubin,
  • Schleimstoffe,
  • Gerbstoffe,
  • Kieselsäure,
  • Mineralsalze,
  • geringe Mengen Vitamin C.

Spitzwegerich wirkt

  • adstringierend,
  • wundheilend,
  • blutstillend,
  • blutreinigend und
  • Auswurf fördernd.

Spitzwegerich – Anwendungsgebiete und Rezepte

Spitzwegerich eignet sich hervorragend zur Behandlung kleinerer Wunden. Deswegen werden seine blutstillenden und wundheilenden Eigenschaften heute wieder verstärkt genutzt. Dazu zerreibt man die Blätter des Spitzwegerich zwischen den Fingern oder rollt ein paarmal fest mit einem Nudelholz darüber. Dann legt man sie dann auf die Wunde und umwickelt die Auflage mit etwas Verbandsstoff. Alternative: Die Blätter des Spitzwegerich werden ausgepresst und der austretende Saft auf ein Leinentuch geträufelt. Auch diese Auflage wird mit einem Verband direkt auf die Wunde gelegt.

Aus dem Saft der Spitzwegerichblätter kann außerdem ein wohltuendes Augenwasser hergestellt werden. Es erfrischt ermüdete Augen und ist auch bei Augenbindehautentzündung hilfreich.

Zur Behandlung von Erkrankungen der oberen Luftwege, Verschleimung, Bronchitis und Asthma wird ein frischer Aufguss als Inhalationsmittel oder Tee verwendet.

Neben Bestrahlungen mit UV-Licht dient Spitzwegerich als natürliches Heilmittel bei Schuppenflechte.

SchafgarbeDie Gemeine Schafgarbe

Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium L.) kommt in ganz Europa vor. Wegen ihrer blutstillenden, adstringierenden Wirkung wurde sie in alter Zeit auch "Soldatenkraut" genannt. Schafgarbe heißt sie, weil sie gerne von Schafen gefressen wird. Kein Wunder, denn die Schafgarbe hilft nicht nur Menschen, die unter Blähungen und Krämpfen leiden, sondern auch Pferden und Schafen.

Die Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler. Der bis 70 cm hohe Stängel trägt im Frühjahr gefiederte Blattsprossen. Am Ende von Stängel und Seitensprossen bilden sich ab Juni bis Oktober zahlreiche kleine Blütenköpfe, die sich zu Trugdolden vereinigen. Die Blütenköpfe sind meistens weiß, manchmal auch rosafarben. Gesammelt wird das blühende Kraut.

Schafgarbe – Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Schafgarbe enthält

  • ätherisches Öl (ca. 0,2%), in Form verschiedener Terpene wie Campfer, Eukalyptol,
  • das Proazulen Matricin,
  • Gerbstoffe,
  • Harz,
  • Bitterstoffe,
  • Flavonoide,
  • organische Säuren,
  • Kalium und Phosphor.

Schafgarbe wirkt

  • adstringierend,
  • antiseptisch,
  • blutstillend,
  • narbenbildend,
  • harntreibend,
  • blähungsbekämpfend und
  • krampflösend.

Schafgarbe – Anwendung und Rezepte

Innerlich sorgt Schafgarbe besonders im Bereich der Verdauungsorgane für Linderung, beispielsweise bei Schleimhautentzündung, allgemeinen Verdauungsstörungen, Dickdarmentzündung, Leberleiden, Gallensteinen und zur Appetitanregung. Äußerlich wird es für Umschläge und Bäder bei schlecht heilenden Wunden, Geschwüren und Hautentzündungen verwendet.

Schafgarben-Tee

  • 2 TL getrocknetes Kraut mit ¼ Liter heißem Wasser aufgießen,
  • 10 Min. ziehen lassen,
  • täglich 2 bis 3 Tassen trinken.

Schafgarben-Umschläge und -Bäder

Abkochung von 2 EL getrocknetem Kraut auf ½ Liter Wasser. Entweder zum Bade Wasser geben oder 3 bis 4mal täglich Umschläge auflegen.

Zur Vorbeugung gegen Mücken, aber auch bei juckenden Stichen Schafgarbenblüten zwischen den Fingern zerdrücken und damit einreiben.

Santalum album SandelholzSandelholz

Der Sandelholzbaum (Santalum album) hat seine Heimat in Ostindien und Australien. Er gehört zu den Sandelholzgewächsen und ist ein Halbschmarotzer, weil er den Wurzeln anderer Bäume die Nährstoffe entzieht.

Sandelholz gehört seit Jahrtausenden zu den begehrtesten Duftstoffen. Es ist heute noch das berühmteste der tropischen Harthölzer und ist fester Bestandteil des sozialen Lebens und des kulturellen Brauchtums des asiatischen Kulturkreises: Sandelholz und Sandelholz-Essenzen werden bei allen religiösen Ritualen des Hinduismus verwendet. Sandelholz ist jedoch nicht nur als Duftstofflieferant begehrt, sondern hat auch wertvolle medizinische Eigenschaften: Das Holz des Sandelholz-Baumes ist reich an Schutzstoffen. Es hält unter anderem die angriffslustigen Termiten (Weiße Ameisen) fern.

Sandelholz – Sammelgut, Wirkung und Anwendung

Kernholz und Wurzelstücke werden zunächst grob zerkleinert und dann zu feinem Mehl vermahlen. Aus dem pulverisierten Sandelholz gewinnt man das kostbare ätherische Öl mittels Dampfdestillation. Sandelholz wirkt

  • antiseptisch,
  • zusammenziehend,
  • stärkend,
  • krampflösend und
  • aphrodisierend.

Sandelholz - Anwendungsgebiete

Sandelholzöl hat einen feinen, leicht holzigen Geruch. Es wirkt harmonisierend und ausgleichend, ist hilfreich bei nervöser Anspannung und Niedergeschlagenheit und steigert die geistige Aktivität. Dem wohlriechenden Öl wird auch eine anregende Wirkung auf die Organe des Unterleibs zugeschrieben. Sandelholzöl eignet sich außerdem zur Behandlung von Halsbeschwerden, chronischer Bronchitis sowie Husten und wirkt schleimlösend.

Sandelholz in der Parfümherstellung

Sandelholzöl verflüchtigt sich langsam und dient deshalb als Basisöl für andere Öle bei der Herstellung von Parfüm. Es bildet eine dominierende Duftkomponente in Herrenparfüms. Sandelholzöl hat eine ausgeprägte Yang-Komponente und verbindet es sich daher gut mit Rosenöl (Yin).

Rosmarin StecklingRosmarin

Rosmarin (Rosmarin Officinalis) wächst als niedriger, immergrüner und mehrjähriger Strauch. Seine Heimat liegt am Mittelmeer und in der Provence (Südfrankreich). Auch bei uns ist der Rosmarin schon seit langem ein wichtiger Bestandteil des Kräutergärtleins. Wie Dill, Basilikum, Kresse, Melisse, Oregano, Petersilie, Thymian, Salbei und Schnittlauch gedeiht er auch auf dem Balkon gut. Rosmarin läßt sich leicht durch Stecklinge vermehren. Gibt man dem Rosmarin ein geschütztes Plätzchen, kann er sogar draußen überwintern.

Rosmarin – Inhaltsstoffe und Wirkung

Sammelgut sind die zarten Spitzen der Stängel von Mai bis September. Von den unteren Teilen verwendet man nur die Blätter.

Inhaltsstoffe

  • Ätherisches Öl mit Kampferanteil (daher auch der kampferartige Geruch),
  • Tannine (Gerbstoffe, sie sind für die adstringierende Wirkung verantwortlich),
  • Glykoside,
  • Saponin,
  • Bitterstoffe.

Die Wirkung von Rosmarin ist

  • allgemein anregend,
  • blutdrucksteigernd,
  • adstringierend,
  • antiseptisch,
  • wundheilend,
  • nervenstärkend.

Anwendungsgebiete von Rosmarin

Man verwendet Rosmarin bei Erschöpfungszuständen und Überlastung, niedrigem Blutdruck, zur Aktivierung des Kreislaufs, zur Anregung der Gallensekretion, bei Durchblutungsstörungen, Rheuma, Nervosität, Migräne, Leberentzündung und Gliederschmerzen. Wegen der adstringierenden und tonisierenden Wirkung ist Rosmarinöl häufig Bestandteil von hautpflegenden Mitteln.

Rosmarin - Rezepturen zum selber machen

Tee

  • 1 TL Rosmarin-Kraut in eine Tasse geben,
  • heiß aufgießen und 10 Min. ziehen lassen,
  • abseihen und 3 Tassen täglich trinken.

Badezusatz

50 g Rosmarin mit ½ Liter heißem Wasser aufgießen oder 10 Tropfen Rosmarinöl in das Badewasser geben. Bei Fußbädern 3-4 Tropfen. Wegen der belebenden Wirkung sollte man Rosmarinbäder nicht nach 16.00 Uhr vornehmen.

Rosmarin-Tinktur

  • Die frischen Spitzen einiger Rosmarinzweige 8-10 Tage in klarem Alkohol ansetzen,
  • abseihen und dunkel aufbewahren.

Rosmarinöl

  • 100g Kraut mit ½ Liter Olivenöl ansetzen,
  • 2-3 Wochen an der Sonne stehen lassen,
  • abseihen und in saubere Fläschchen umfüllen,
  • dunkel aufbewahren (ca. 1 Jahr haltbar).

Ringelblume kGarten-Ringelblume mit Rezepturen zum selber machen

Das Ursprungsland der Ringelblume (Calendula officinalis L.) ist vermutlich Indien. Zu uns kam sie etwa im 12. Jahrhundert auf einem Umweg über Griechenland. Die Ringelblume wird häufig in mittelalterlichen Heilbüchern erwähnt, geriet dann aber einige Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst seit wenigen Jahrzehnten zählt sie wieder zu den wertvollsten Heilpflanzen Europas. Sammelgut sind die gelben bis orangegelben Blütenkörbchen von Ende Mai bis August. Sie werden in dünnen Schichten aufgelegt und getrocknet (sie Temperatur sollte nicht über 35° liegen).

Ringelblume - Inhaltsstoffe und Wirkung

  • Carotinoide,
  • Saponine,
  • Flavonoide,
  • Bitterstoffe,
  • ätherisches Öl (0,02%).

Die Ringelblume wirkt entzündungshemmend, adstringierend, krampflösend und blutreinigend. Sie hilft bei der Heilung von Wunden und der Bildung von Narben.

Anwendung der Ringelblume

Ringelblumenöl oder Ringelblumensalbe wird wegen der entzündungshemmenden Wirkung zur Behandlung schlecht heilender Wunden und Geschwüre, Flechten, Hautpickel und Verbrennungen verwendet. Auch bei der sanften Pflege trockener, rauer oder alternder Haut hat sie sich bestens bewährt. Ein Tee hilft bei Leber- und Gallenleiden, Magen- und Darmbeschwerden.

Ringelblume – Rezepturen zum selber machen

Tee

  • 1 bis 2 TL Blüten in eine Tasse geben und mit siedendem Wasser übergießen.
  • Aufguss bis zu 3 Stunden ziehen lassen und abseihen.

Umschläge

  • 1 bis 2 TL Blüten in eine Tasse geben und mit siedendem Wasser übergießen.
  • Aufguss 2-3 Stunden ziehen lassen und abseihen.

Ringelblumenöl

  • 1 Handvoll Blüten mit ¼ Liter Speiseöl in einem klaren Glas ansetzen,
  • 2-3 Wochen an der Sonne stehen lassen,
  • abseihen und in saubere Fläschchen umfüllen,
  • dunkel aufbewahren (ca. 1 Jahr haltbar).

Ringelblumensalbe

Zutaten

  • 30 ml Ringelblumenöl (siehe oben),
  • 5 g Bienenwachs,
  • 10 ml Orangenblütenwasser,
  • 5 g Lanolin (Apotheke),
  • 4-5 Tropfen Lavendelöl.

Zubereitung

  • Bienenwachs und Lanolin in ein Glas geben,
  • im kochenden Wasserbad (60°-70°C) schmelzen,
  • vorgewärmtes Ringelblumenöl und Orangenblütenwasser unter Umrühren dazugeben.
  • In abkühlende Masse Lavendelöl einrühren.

NachtkerzeNachtkerze

Die Gemeine Virginische Nachtkerze (Oneothera biennis L.) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie kam erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Europa und wurde zunächst nurim botanischen Garten zu Padua kultiviert. Von dort aus breitete sie sich jedoch rasch über den ganzen Kontinent aus. Heute findet man sie in naturnahen Gärten und Parks, aber auch auf Schuttplätzen und an Bahndämmen.

Nachtkerze – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Im Jahr 1949 erkannte der englische Biochemiker Dr. J. P. Riley, dass das Samenöl der Nachtkerze Träger der Gamma-Linolensäure (GLS) ist. Sie bildet zusammen mit ungesättigten Fettsäuren die Vorstufe zu den genannten Prostaglandinen (Gewebehormonen), die für den menschlichen Stoffwechsel von zentraler Bedeutung sind. Ohne Gamma-Linolensäure wäre deren Produktion gar nicht möglich. Gamma-Linolensäure wurden zwar auch schon in Borretschöl und Johannisbeersamen nachgewiesen, doch Nachtkerzenöl wird offenbar vom menschlichen Organismus besser vertragen.

Prostaglandine – Wirkung

Prostaglandine erweitern Blutgefäße und können so auch Thrombosen verhindern. Sie lindern Schmerz, regulieren den Blutdruck und hemmen Entzündungen. Sie senken den Cholesterinspiegel und helfen, Leberschäden zu verhindern. Prostaglandine unterstützen zudem die Aktivität der Neurotransmitter (Botenstoffe, die Informationen im Gehirn weiterleiten).

Auch bei den Begleiterscheinungen von Neurodermitis (trockene, rauhe Haut, Juckreiz, Entzündungen) kann Nachtkerzenöl Linderung verschaffen. Bei Neurodermitikern wird Gamma-Linolensäure nicht ausreichend gebildet. Sie leiden bereits seit Geburt an einem Mangel an Gamma-Linolensäure. In diesen Fällen hilft meist ein Nahrungsergänzungsmittel, das etwa 10 % Gamma-Linolensäure enthält. Die regelmäßige Einnahme lässt Entzündungen und Juckreiz rasch abklingen.

MyrteMyrte in der Naturheilkunde

Der Myrtenstrauch (Myrtus communis L.) gedeiht in fast allen Ländern am Mittelmeer. Er spielte schon in den religiösen Ritualen der Griechen, Römer und Ägypter eine wichtige Rolle. So wurden beispielsweise Helden und Neuvermählte mit einem Myrtenkranz geschmückt. Aus Überlieferungen wissen wir, dass dieser Hochzeitsbrauch im 16. Jahrhundert auch in Deutschland Sitte war:

Gesunde Myrte – gute Ehe

Bräutigam und die Trauzeugen erhielten Myrte-Zweige zum Anstecken und manchmal trugen auch die Brautjungfern einen Myrtenkranz. Die Braut setzte einen Zweig aus ihrem Brautkranz in die Erde. Wenn er wurzelte und grüne Triebe bekam, war das ein Zeichen für den Bestand des Eheglücks und junge Myrtenstrauch wurde gut gehegt und gepflegt.

Myrtenöl

Die glänzenden Blätter des immergrünen Strauchs sind mit zahlreichen kleinen Öldrüsen versehen und verströmen einen aromatischen Duft. Vorwiegend im Mai wird aus Zweigspitzen und den wohlriechenden weißen Blüten mittels Wasserdampfdestillation das Myrtenöl gewonnen. Für einen Liter Myrtenöl benötigt man 150 bis 200 kg Blätter und Blüten.

Myrte – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Myrte enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Harz, Zitronen- und Apfelsäure, Vitamin C. Sie wirkt adstringierend (zusammenziehend), keimtötend, stimmungsaufhellend und harmonisierend.

Myrtenöl wirkt harmonisierend und stimmungsaufhellend und ist hilfreich bei Angstzuständen. Dazu werden einige Tropfen Myrtenöl mit Wasser in der Aromalampe verdampft und die Dämpfe eingeatmet. Diese Dämpfe sind wegen der antiseptischen Wirkung des Myrtenöls auch hilfreich bei Atemwegserkrankungen (Nasenschleimhautentzündung, Stirnhöhlenentzündung, Bronchitis, Schnupfen).

Zur Behandlung von Wunden, Geschwüren und rheumatischen Schmerzen wird etwas Myrtenöl mit fettem Öl oder Alkohol als Trägersubstanz vermischt als Einreibemittel verwendet. (Ätherische Öle nicht pur auf die Haut bringen!)

LavendelEchter Lavendel 

Lavendel (Lavendula angustifolia) gedeiht als kleiner Halbstrauch auch in unseren Gärten und wird zwischen bis zu 60 cm hoch. Sammelgut sind die Blütenrispen in der Haupt-Blütezeit von Juli bis August.

Lavendel - Inhaltsstoffe und Eigenschaften

Die Blüten enthalten bis zu 3 % ätherisches Öl (Linalool, Linalylacetat) und Cumarin. Die getrockneten Blüten enthalten etwa 12 % Gerbstoffe. Lavendel hat eine leicht hemmende Wirkung auf das Zentralnervensystem, wirkt krampflösend, entspannend, magenstärkend, antiseptisch, narbenbildend und wundheilend.

Lavendel - Anwendungsgebiete und Anwendungsformen

Lavendel gilt als klassisches Beruhigungsmittel für Herz und Nerven und wirkt wohltuend auf das Gemüt. Lavendel ist hilfreich bei

  • Spannungszuständen,
  • nervösen Störungen,
  • Erregung,
  • Herzklopfen,
  • Schlafstörungen,
  • Ohnmacht und Schwindel.

Lavendel neutralisiert Insektenstiche und vertreibt Mücken und Motten.

Lavendel – Rezepte

Lavendel-Tee und Tinkturen Lavendel-Tinktur selbst herstellen

Lavendelblüten sind häufig Bestandteil beruhigender und schlaffördernder Teemischungen. Man kann aber auch einen reinen Lavendel-Tee zubereiten:

  • 2 TL Lavendelblüten in eine große Tasse geben,

  • mit heißem Wasser übergießen,

  • abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen und abseihen,

  • morgens und abends 1 Tasse trinken.

Lavendel-Tinktur wird für Einreibungen bei Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Verkrampfungen und Gliederschmerzen verwendet:

  • 50 g Blüten mit ¼ Liter Alkohol (70%) aufgießen,
  • den Sud 14 Tage am Fenster stehen lassen,
  • abseihen und in einer dunklen Flasche aufbewahren.

Vor der Anwendung mit destilliertem Wasser in einem Verhältnis von 1:1 verdünnen. Nicht innerlich anwenden!

Lavendelöl

Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten oder oberen Pflanzenteilen gewonnen und ist für die äußere Anwendung geeignet. Bei Insektenstichen und infektiösen Entzündungen kann man Lavendelöl verdünnt mit etwas Speiseöl auf die Haut geben. (Ätherische Öle nie pur auf die Haut geben, immer vorab vorsichtig ausprobieren, ob Überempfindlichkeiten vorliegen!).

Aroma-Therapie mit Lavendel

Einige Tropfen Lavendelöl, mit Wasser in der Aroma-Lampe verdampft, verbessern die Raumluft und vertreiben Mücken.

Lavendel-Bad

Für ein entspannendes Bad werden 3 bis 4 EL Lavendelblüten in ein Filtersäckchen gefüllt und ins heiße Badewasser gegeben. Alternativ gibt man 8 bis 10 Tropfen Lavendelöl in die Wanne.

JohanniskrautJohanniskraut: Rezepte für Tee und Tinkturen, Öle und Inhalation

Johanniskraut wirkt ist bei regelmäßiger Einnahme frühestens nach 14 Tagen. Nach einer vier- bis sechswöchigen Behandlung ist meist eine deutliche Stimmungsaufhellung zu erkennen. In bestimmten Fällen ist allerdings eine zusätzliche medizinische oder psychotherapeutische Behandlung erforderlich!

Johanniskraut-Tee selber machen

  • 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Blüten mit kochendem Wasser übergießen,
  • einige Minuten ziehen lassen,
  • abseihen, eventuell abdecken.
  • Täglich 2 Tassen trinken.

Johanniskraut-Tinktur selber machen

Auch alkoholische Auszüge haben, innerlich angewandt, stimmungsaufhellende Wirkung. Johanniskraut (vorwiegend Blüten) im Verhältnis 1:5 mit Trinkalkohol (70%, um den Wirkstoffgehalt auch bei längerer Lagerung stabil zu halten) ansetzen,

  • 1 Woche an hellem Ort stehen lassen,
  • abseihen und in Fläschchen abfüllen.

Johanniskraut-Tinktur - Anwendung

10 bis 15 Tropfen Johanniskraut-Tinktur mit Wasser oder auf einem Zuckerwürfel bis zu drei mal täglich einnehmen.

Man kann Johanniskraut-Tinktur auch als Mittel für Einreibungen verwenden. Sie wirkt entzündungshemmend und regenerierend und ist hilfreich bei Altersflecken.

Johanniskraut-Öl selber machen

  • 50 Gramm Johanniskraut mit 1/2 Liter Olivenöl ansetzen,
  • verschließen und 6 bis 8 Wochen an der Sonne stehen lassen,
  • durch ein Tuch abseihen,
  • in dunklen Flaschen kühl aufbewahren.

Äußerlich wegen seiner schmerzstillenden, zusammenziehenden Eigenschaften zur Behandlung von Brandwunden, Hautgeschwüren, Quetschungen, Verstauchungen. Innerlich mit Wasser verdünnt bei überreiztem Magen und Darmentzündung.

Hinweis: Nach einer Behandlung mit Johanniskraut-Öl bitte unbedingt die Sonne meiden, da es die Haut gegen Sonneneinstrahlung empfindlich macht.

Inhalation mit Johanniskrautblüten

  • 3 bis 4 Teelöffel Blüten in den Inhalator geben,
  • mit 1/4 Liter heißem Wasser aufgießen,
  • kurz ziehen lassen und dann
  • die Dämpfe durch Mund und Nase einatmen.

JohanniskrautJohanniskraut - Inhaltsstoffe und Wirkung

Johanniskraut galt schon im Altertum als wertvolles Heilmittel. Es spielte auch im Volksglauben und Brauchtum eine wichtige Rolle: In der Johannisnacht gepflückt half es angeblich gegen Behexung und Blitzschlag. In den bäuerlichen Wohnstuben wurde es zum Schutz gegen Krankheiten aufgehängt. Das althergebrachte Erfahrungswissen nach der Formel "Johanniskraut lässt im Herzen die Sonne wieder scheinen!" ist heute auch wissenschaftlich bewiesen.

Johanniskraut - Sammelgut und Sammelzeit

Gesammelt werden die blühenden Sprossspitzen von Juni bis August. Das Kraut sollte Mittags, also zum Zeitpunkt des höchsten Sonnenstandes, gepflückt werden.

Johanniskraut - Inhaltsstoffe

Johanniskraut enthält neben ätherischem Öl, Flavonoiden (Rutin, Querzitrin, Heryperosid), Harzen und Gerbstoffen als wichtigsten Inhaltsstoff das Hypericin. Dieser Wirkstoff hat nachweislich stimmungsaufhellende Eigenschaften und wird heute auch von wissenschaftlicher Seite als pflanzliches Antidepressivum anerkannt. Die Wirkstoffe des Johanniskrauts haben einen ähnlichen Effekt pharmazeutisch hergestellte Stimmungs-Aufheller. Sie sind jedoch frei von Nebenwirkungen. Auch Gewöhnungserscheinungen und Entzugssymptome treten nicht auf. Neben seiner Wirkungen auf die Psyche wird Johanniskraut auch als Hautpflegemittel geschätzt. Es wirkt regenerierend bei unreiner, trockener oder schuppiger Haut. An der wundheilungsfördernden Wirkung des Johanniskrauts ist der hohe Anteil von Catechingerbstoff (ca. 10%) wesentlich beteiligt.

Johanniskraut - Wirkung

Johanniskraut wirkt

  • beruhigend,
  • Angst lösend,
  • stimmungsaufhellend,
  • antidepressiv,
  • antiseptisch,
  • adstringierend,
  • wundheilend.

Johanniskraut ist ein ausgezeichnetes Nervenmittel und stellt bei kleineren Störungen des vegetativen Nervensystems das innere Gleichgewicht wieder her. Johanniskraut hilft zudem bei Angstzuständen, geistiger Überlastung und bestimmten Arten von Kopfschmerzen. Johanniskraut macht zwar nicht, wie Baldrian, müde, er fördert aber durch seine entspannenden und ausgleichenden Eigenschaften die Wiederherstellung des natürlichen Schlaf- und Wach-Rhythmus.